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Einmal quer durch Bali - Ein Ausflug zum AlingAling Wasserfall

Erst dachten wir daran ein Auto samt Fahrer zu nehmen, aber da auf eigene Faust alles lustiger ist, rüsteten wir uns für eine 2-3 Stunden Moped Tour und brachen in aller Frühe auf, um es bis hinauf zum AlingAling Wasserfall im Norden Balis zu schaffen. Wir sind ja gerade in Canggu und mussten dafür einmal von Süd nach Nord die Insel queren. In der letzten Woche hatte die Regensaison verfrüht begonnen und man musste jederzeit auf einen Gewitterschauer gefasst sein. (Ein paarmal kamen wir schon triefnass nach diversen Spaziergängen zu Hause an, da wir vergessen hatten unseren Regenschutz einzupacken). Prinzipiell sind wir ja mit unseren super Wanderponchos, Regenjacken und Drybags, top ausgerüstet. Also kam alles plus Kamera Equipment und Verpflegung in meinen Tagesrucksack, Getränke in den Moped Kofferraum und ab gings einmal quer durchs Landesinnere bis fast zur anderen Seite von Bali.

Die Hinfahrt war ein Traum. Wir haben durch Zufall eine tolle Route auf ruhigen Nebenfahrbahnen gefunden. Im zentralen Hochland mussten wir uns unsere Longsleeves und Jacken überziehen, da wir eher für Strandnähe gekleidet waren und nicht damit gerechet hatten, dass es so hoch oben richtig kühl werden konnte. Ausser uns waren kaum Touristen auf Mopeds unterwegs. Wir kamen in eine Gegend an der das Klima besonders geeignet für Gärtnereien zu sein schien und hatten dadurch eine tolle Kulisse bestehend aus Gemüse Feldern, Orchideen- und Blumenzüchtereien. Immer wieder machten wir Stopps um unsere durchgesessenen Pobacken zu entlasten und die mitgenommenen Bananen und Mini Sandwiches zu frühstücken.

An einer Stelle der Tour warnten Schilder vor Affen (meine besten Freunde). Und da waren sie auch schon, rechts und links vom Weg, wilde Affen jeden Alters, überall. Ich war so froh, dass wir nicht stehenblieben, aber genoss es natürlich die Wildtiere aus nächster Nähe im Vorbeifahren beobachten zu können.

Schließlich erreichten wir den AlingAling Wasserfall und naschten am Parkplatz die noch verbliebenen Snacks von der Anreise. Es war ja erst Vormittags und wir hatten noch den ganzen Tag vor uns.

AlingAling bezeichnet einen Ort mit einer gesegneten Quelle und mehreren Wasserfällen von denen man auch ins Wasser springen darf, wenn man sich traut. Der größte Wasserfall, mit dem Namen AlingAling, ist heilig und zugleich auch für Schwimmer gefährlich, da einen die Strömung nach unten ziehen würde, also durfte man ihn nur aus der Ferne bestaunen.

Wir bekamen am Eingang des Areals gegen Aufpreis einen Local-Guide zugeteilt, der uns zu den kleineren Fällen führte und uns genau sagte von wo man hineinspringen darf und uns, oder besser gesagt Chris, erklärte, welche Höhe der Absprung hat und wie tief das Wasser darunter sei. Es standen 3 Absprünge mit jeweils 5m, 10m und 15m! zur Verfügung, sowie eine natürliche Wasserfall-Rutsche. Das Wasser und der Ort sahen so wunderschön aus, dass ich ohne lange nachzudenken den Mut aufbrachte gleich mal den Sprung von den 5m zu wagen.

Die Absprünge sind dort mit Beton perfekt präpariert und der Mut zu springen wird mit einer herrlich erfrischenden Wassertemperatur und einer romantischen Kulisse belohnt, durch die man wieder hinausschwimmt, falls man noch einmal springen möchte. Eigentlich klettert man direkt an einem Mini Tempel hoch um wieder hinauf zu gelangen oder weiter zu gehen.

Man bekommt einen Zeitrahmen von 2 Stunden, die total ausreichend sind um alles anzusehen oder auszuprobieren und zahlreiche Fotos und Videos aufzunehmen.

Gleich nach den 5m Sprüngen ging es weiter zum 10 Meter Absprung. Mir kam es vor, als würde sich die Schönheit der Wasserfälle und der Naturkulisse ebenfalls mit der Höhe der Absprünge steigern. Der nächste Sprung bot als Hintergrund eine ganze Wasserfall Wand und unser Guide erklärte genau wie weit Chris vorwärts springen muss, damit alles gut klappt. Beim normalen Strecksprung hatte mein 1,90 m großer Mann immerhin den Sand am Boden bereits sanft spüren können, bei dem Backflip zuvor hat er den Boden durch die Rotation gar nicht berührt. Also ist es bewiesen: Rückwärtssalti sind viel weniger riskant als Strecksprünge. Immer brav rotieren.

Die dritte Station waren dann schon die krassen 15 Meter. Die Landung dann schon in einem riesigen Becken, der einen Mini See bildete. Um ein Video vom Sprung zu machen musste ich immerhin schon 2 Minuten einen steilen Pfad hinunterwandern. Ich tat mir dann auch richtig schwer, kurzsichtig wie ich bin, meinen Mann oben beim Absprung ausfindig zu machen. Adrenalin pur für uns alle. Für Chris war es eine Premiere von dieser Höhe zu springen.

Außerdem musste man dem Guide einfach vertrauen, dass die Landestelle tatsächlich tief genug war. Schließlich war es ja kein angelegter Sportpool und Chris hatte zum Glück ebenfalls das für Menschen normale Lampenfieber vor dem Sprung, das ich sonst nicht so von ihm gewohnt war.

Ich fand es toll, dass wir hier auf Bali so viele tolle Gelegenheiten zum ins Wasser Springen fanden und sich auch für Chris ein kleiner Traum erfüllte, da er einfach so gerne von Höhen hinunterspringt.

Unten gut angekommen plantschten wir noch etwas im Naturpool herum und machten uns danach auf zur natürlichen Wasserrutsche. Unser Guide wartete schon am Ursprung des Wasserfalls mit Schwimmwesten auf uns, die man anlegen musste, bevor es auf dem Hintern den Stein entlang zu rutschen galt, während uns der Wasserstrom die nötige Schnelligkeit verpasste.

Einen wunden Hintern später bei Chris, und einen selbst zugefügten Faustschlag aufs Kinn bei mir, hatten wir auch diese Action Rutsche erfolgreich überstanden. Ich sprang lieber zum Abschluss noch ein paar Mal von den 5m um das Wasser zu genießen.

Wir wanderten abschließend zum oben erwähnten AlingAling Fall. Man fühlte sich wie in einer Szene des Blockbusters "Jurassic Park". Ein wunderschöner hoher Wasserfall in einem Felszylinder, an dessen Wände durch die Luftfeuchtigkeit ein Sammelsurium an Regenwaldpflanzen rankten, beleuchtet von der Mittagssonne. Dies war ein Wahnsinns Vormittag gewesen, den wir so schnell nicht vergessen werden.


Wir suchten uns im Anschluss auf Google Maps ein nahegelegenes Warung heraus um dort Mittagzuessen. Auch hier hatten wir einen Glücksgriff gemacht. Wir landeten in einem aus dicken Bambus errichteten Café inmitten von hellgrünen Reisfeldern, mit einem Naturpool und modernem Ambiente wie man es sich hier nicht erwarten würde. Wir waren die einzigen Besucher, hatten den besten Esstisch mit direktem Blick hinaus über den Hügel hinab auf die darunterliegenden Felder. Die Mitarbeiter schalteten eine loungige Housemusik an als wir kamen. Ich ging Barfuß auf die tiefergelegene Wiesen-Terrasse hinaus um ein wenig zu tanzen, als Chris hinterherkam um diese Aussicht mit der Kamera festzuhalten.

Da sein Blick in die Ferne gerichtet war, bemerkte er die vor ihm liegende Schlange erst, als diese ihn warnend anfauchte. Anscheinend hatte sie den selben Plan wie wir: ihr Mittagessen an diesem herrlichen Café mit Ausblick aufzutreiben. Alle Beteiligten wichen etwas zurück; wir auf die Terrasse und die wunderschöne lange silberne Schlange hinunter in die Reisgräser. Unser Schlangenglück hatte uns also noch nicht verlassen und wir konnten noch ein paar super Tierfotos machen.

Für die Heimreise haben wir einen Stopp beim Wassertempel "Pura Ulun Danu Bratan" eingelegt, um unsere Pobacken ein weiteres mal zu entlasten.

Die Anlage ist ein großer an einem See gelegen Park mit kleineren Tempelanlagen, die auf dem Wasser liegen. Es waren hauptsächlich inländische Touristen unterwegs, die auch die Möglichkeit nutzten mit lustigen Tretbooten auf dem See umher zu fahren, oder sich als Passagiere im Speed Boot zu vergnügen.

Es hielten sich dort viele Schüler und Studenten in Gruppen auf, aus denen sich immer wieder einzelne Personen herauslösten um uns zu bitten, ein Foto mit uns zu machen. Sobald wir zusagten, bildete sich sofort eine Schlange an Leuten, die sich nun ebenfalls für ein Bild mit uns anstellten. Irgendwann artete es derart aus, so dass wir jeglichen Blickkontakt vermieden, um auch selbst Fotos von der Tempelanlage machen zu können.

Diesen Tag behalte ich als einen meiner Lieblingstage auf Bali im Gedächtnis. Immerhin hatten wir ausreichend Moped Kuschel Zeit mit wunderschönen Kulissen am Weg, Action Badespaß, Wildtier Sichtungen und tolles Essen in Kombination.


Hier wie immer unsere Video Zusammenfassung und Bilder.



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