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Nusa Penida

Der nächste geplante Aufenthalt sollten 5 Tage auf Nusa Penida, Region Bali, werden. Mit einem Speedboot von Gili Meno ging es ab auf die nahegelegene, etwas größere Insel östlich von Bali.

Wir wurden von einer hügeligen, hellgründen Landschaft begrüßt, die oft von Steilklippen begrenzt ist.

Die Lieblingsbeschäftigung der Touristen scheint hier Treppensteigen zu sein. Wenn man einen der Traumstrände unterhalb der Steilklippen betreten möchte, muss man oft mit einem Abstieg von 50-100 Höhenmetern rechnen. Um die Gehzeit zu verkürzen, haben die Inselbewohner die direkt an der Felswand liegenden Treppen umso steiler gestaltet. Schilder warnen davor den Abstieg mit Höhenangst oder Herzproblemen anzutreten.

Am ersten Tag haben wir uns der klassischen Touristentour hingegeben und sind mit unserer Honda Nmax (Scooter) die beliebtesten Aussichtspunkte im Osten abgeklappert: A Thousand Islands, Diamond Beach und Atuh Cliff. Wir haben keinen Abstieg unternommen, da auf diesen Traumstränden das Schwimmen ohnehin untersagt ist, und die pralle Mittagshitze hat das ihrige dazu beigetragen.

Am Rücksitz unseres Mopeds, meinen Mann umklammernd, habe ich die langen Moped Touren durch Reisfelder und schöne Waldlandschaften genießen können. Chris hat sich zum Glück eher auf das Fahren konzentriert.

Jetzt in Canggu, Bali, sitzend und diesen Beitrag schreibend, vermissen wir die ruhigen und angenehmen Fahrten auf Nusa Penida.

Als wir genug von den klassischen Touristenattraktionen hatten, haben wir einen Wasserfall im Süden als unser nächstes Ziel auserkoren. Laut Google Bewertungen sehenswert, aber nicht stark besucht, und eher ein Geheimtipp. Und da fing das Abenteuer an.

Laut den selben Rezensionen ist der Abstieg anstelle von steilen Stufen, durch eine nicht zu bewältigende Moped Strecke gelöst worden. Es stehen ortsansässige Mopedfahrer bereit, die einen gegen Entgelt auf ihren Mopeds, die fast einstündige Fußstrecke, mit hinunter nehmen. Was auch in den Google Rezensionen steht, ist, dass wenn man sehr gute Bremsen hat, und ein sehr geübter Fahrer ist, kann man natürlich selbstständig hinunter und wieder hinauf fahren. Da wir ja nicht unbedingt Abenteuer-Scheu sind, und weitere Kratzer am Moped wohl nicht aufgefallen wären, haben wir beschlossen die ach so unwirtliche Strecke mal anzusehen. Immerhin ist Chris ja ein geübter Motorradfahrer. An den einheimischen Moped-Taxis vorbei, hielten wir an der letzten Möglichen Stelle, bevor es mit der Neigung, und dem ungepflasterten Steilweg losging, um zu besprechen, ob wir als Selbstfahrer, oder als Mitfahrer unten ankommen wollen. Zum Glück hielt ein motiviertes italienisches Pärchen neben uns, um uns zu fragen, ob man gefahrlos hinunterfahren kann. Wir motivierten uns gegenseitig, um es zu wagen, achteten aber peinlichst genau darauf, dass das andere Pärchen vor uns losstartet. Man weiß ja, dass Italiener sowieso geübte Mopedfahrer sind. Mit gebührendem Abstand zu unserem Vorderpärchen holperten und ruckelten wir die Offroad-Strecke für 10-15 Minuten ohne weitere Probleme bis hinunter, und hatten einen Riesenspaß dabei. Wo anders hätte man für so eine Offroad-Bike Tour Eintritt zahlen müssen.

Zur Belohnung erwartete uns unten angekommen eine wunderschöne Grotte mit Bucht, Natur-Pools und ein toller Strand. Unter den Felsen lag auch die berühmte giftige Blue-Lipped Sea Krait (Schlange) die wir ganz freudig fotografieren konnten.

Aufgrund der hohen Wellen konnte man dort nur in den natürlichen Pools schwimmen, aber wir hatten einen super Strand-Nachmittag mit den neu gewonnenen italienischen Freunden.

Gemeinsam haben wir dann auch den holprigen und steilen Rückweg bewältigt und dann beschlossen im Vierer-Team einen weiteren nahegelegenen Wasserfall zu erkunden.

Das Navi führte uns nach kurzer Zeit in einen Waldweg hinein. Die Strecke wurde steiniger, schmäler und schwieriger. Genau in dem Moment als wir zu zweifeln begannen ob das tatsächlich ein Weg war, trafen wir auf einen Einheimischen der wissen wollte wohin wir unterwegs waren. Wir erzählten ihm von dem Wasserfall, und er meinte wir sollen ihm folgen. Was danach kam, würde jeder Naturliebhaber aus Österreich als eine Mountainbike Downhill-Strecke bezeichnen, die aber nur halb so schmal wie die Ö-Norm präparierten Bike-Strecken war. Im Vergleich dazu war die Google-Rezensions-Strecke davor, ein reiner Spazierweg. Leider war es so wild, und wir so vernünftig, dass es davon weder Bild noch Videomaterial gibt. Aber es war eine unvergessliche Erfahrung mit City-Rollern zu zweit eine Downhill-Strecke durch den Dschungel zu fahren.

Getoppt wurde das Ganze aber als wir an einer Steilklippe ankamen und der Einheimische meinte, der Wasserfall läge von hier 30 Geh-Minuten entfernt, einen Wanderweg hinunter zum Fuß der Klippe. Da es bald dunkel wurde, beschlossen wir mit unseren italienischen Freunden den Abstieg sofort zu beginnen. Auch hier entpuppte sich der Wanderweg in österreichischer Kategorisierung als Klettersteig, Kategorie "schwierig", nur ohne Selbstsicherung und ohne Drahtseil. Es fühlte sich eher an wie eine leichte Boulder-Route, wo Hände und Füße ständig gleichzeitig Halt an der Wand finden mussten. An der Abgrund-Seite gab es eine fragwürdige Bambus-Konstruktion, die eine Art Geländer darstellte, die aber keiner von uns berühren wollte. Wir haben gut ein Dreiviertel des Abstiegs gemeistert, es wurde immer schwerer und gefährlicher. Für mich mit meiner Höhenangst war es eine sehr große Herausforderung. Chris ging noch einige Meter weiter hinunter, und berichtete uns, dass es gar keinen Wasserfall gibt, sondern nur einen künstlich angelegten Mini-Pool. Ich war dann sehr froh, als gemeinschaftlich beschlossen wurde, nicht mehr das letzte Stück hinunter zu klettern sondern den Aufstieg wieder zu beginnen. Auch hier waren wir vernünftig genug, die Kamera im Rucksack zu lassen, dafür bekommt ihr eben diesen ausführlichen Bericht.

Oben angekommen hat dann mein Kreislauf etwas schlapp gemacht; es waren für mich einfach zu viele Höhenmeter in zu kurzer Zeit, und zu viel Hitze und Anspannung. Wir haben festgehalten, dass diese Klippe besonders gut geeignet ist, um unerwünschte Touristen, oder seine Ehepartner unbemerkt loszuwerden. Dieser Tag hat uns besonders viel Spaß gemacht, da er so actionreich geladen war, und wir den wunderschönen Strandtag mit Schlangensichtung hatten. Alles in allem ein großer Erfolg, und eine tolle Erfahrung.

Am folgenden Tag haben wir die Highlights des Westens abgeklappert. Wieder wunderschöne Aussichtspunkte, zutrauliche Kühe (alle die mich kennen, wissen wie sehr ich Kühe liebe), schöne Moped Fahrten und ein überfüllter Strand (Crystal Bay) der uns nicht so zusagte.

Besuchte Orte im Westen: Devil's Billabong, Broken Beach und Crystal Bay.

Wir haben dann unseren Aufenthalt auf Nusa Penida um 2 Tage verkürzt. Unsere Unterkunft war nicht die Beste, und die anderen Touristen-Aussichtsspots weckten unser Interesse nicht genug.

Weiter ging es mit dem Speedboot auf die Insel Bali (Sanur), wo uns ein Fahrer hinauf ins zentral gelegene Ubud brachte.



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