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Hohe Temperaturen in Canggu

Unser Fahrer Made, der uns schon vom Speed Boot abgeholt hatte, um uns nach Ubud raufzubringen, stand pünktlich bereit um uns ins südlichere Canggu zu bringen.


Das am Strand gelegene Städtchen wurde uns mehrfach von Freunden empfohlen. Es ist ein Hipster Treffpunkt für Touristen, Surfer, Yogis und Aussteiger. Man findet hier fast alles was das westliche Touristenherz begehrt, inmitten von den typischen Reisfeldern. Auf den Hauptstraßen herrscht das für uns mittlerweile klassische Moped Chaos; Gehsteige und Spazierwege fehlen wie immer komplett. Dafür kann man in den Seitenstraßen und Randbezirken auch mal Joggen oder sich die Füße vertreten wenn es die Sonne und die Temperatur zulässt.

Im Zentrum wird man von Cafés, Restaurants und Bars willkommen geheißen. Ebenso findet man hier Boutiquen, Tattoo Läden, Reitställe, Friseure, Co-working Spaces und Hub-Cafes. Einfach alles was einem Touristen oder westlichen Aussteiger gefallen könnte.

Nach den vielen Abenteuern haben wir hier einen etwas längeren Aufenthalt geplant, um einfach mal Nichts zu unternehmen und viel, gut und divers essen zu gehen oder auch mal etwas zu sporteln. Das haben wir bisher noch nicht so Recht geschafft und meine sonst so sportliche Figur weicht gerade einer etwas mehr klassisch-touristischen.

Gleich am ersten Tag haben wir uns mit Bekannten auf ein Abendessen verabredet und am Tag darauf neu gewonnenen Freunde zufällig am Strand auf ein Bier und eine Kokosnuss getroffen.

Aber leider blieb es nicht so gemütlich wie es gerade den Anschein hatte.

Chris bekam Temperatur, welche sich zu einem Fieber bis über 39 Grad Celsius entwickelte. Bauchschmerzen und Durchfall kamen hinzu. Als dies den ganzen Tag anhielt und seine Temperatur stetig anstieg, beschlossen wir sofort in eine Ambulanz zu fahren. So weit weg von zu Hause wollten wir nichts riskieren und die Wörter, Dengue und Malaria schwirrten neben dem hier so genannten "Bali Belly" (Darminfekt), in unseren Köpfen herum. Man weiß es ja nicht.

Chris ist wie ihr wisst der Mopedfahrer, also musste er leider ganz tapfer die weite Strecke selbst auf der Yamaha N-Max zurücklegen. Zum Glück waren wir diesmal nicht Mitten im Nirgendwo, sondern an einem Ort an dem wir mit einer maximal halben Stunde Fahrzeit alles bekamen was nötig war.

In der Ambulanz tippte die Ärztin nach der Untersuchung auf einen Magen-Darm Infekt. Chris wurde gleich mal an eine Infusion gehängt und wir verbrachten die nächsten 1,5 Stunden damit, abzuwarten bis Elektrolyte, Antibiotika, Schmerzmittel und Fiebersenker durch den Schlauch getropft waren.

Gleich danach ging es seinem Zustand merklich besser, nur um sich dann bei der Heimreise von der Notfall Ambulanz wieder heftigst zu verschlechtern. Es folgten 2 schlimme Tage für den armen Chris. Ich war in WhatsApp Kontakt mit der Ambulanz um im Notfall in ein Spital zu fahren. (Hier in Indonesien läuft fast alles über WhatsApp. Fahrer, Hotels, Kliniken und vor allem Restaurants kommunizieren alle über den grünen Chat Anbieter)

Zum Glück wirkten die Antibiotika nach den 2 Tagen. Ich kann das Gefühl gar nicht in Worte fassen, dass ich hatte, als sich der Fieberwert nach 2 bis 3 Tagen in halben Graden erstmals wieder nach unten bewegte. Ich hatte ja die ganze erste Nacht Wache gehalten, Elektrolyte gerührt und Medikamente nach Anweisung verabreicht. War mir aber dann ziemlich sicher, dass wir auch dieses Abenteuer überstanden hatten und verspürte endlich einen ganz starken Drang zu schlafen.

Die folgenden 3 Tage verbachten wir in unserer zum Glück sehr gemütlichen und sauberen Unterkunft. Eine der wenigen die eine gute Dusche mit Warmwasser und eine kleine Kochnische hatte. So bestand meine Aufgabe als Krankenpflegerin darin, aus Lebensmitteln die ich aus unseren Koffern, Geschäften und Lokalen in Spaziernähe in der unmittelbaren Umgebung auftrieb, milde Gerichte zuzubereiten, was in einem Land in dem Chili in so gut wie allem drin ist, gar nicht so einfach ist. Und alle die Chris gut kennen und um den Grad seiner Akzeptanz gegenüber Lebensmitteln Bescheid wissen, können nun auch mein weiteres Problem gut nachvollziehen, zumal er auch keinen Appetit hatte aufgrund seines Infekts. Zum Glück kommt man hier überall leicht an junge Kokosnüsse heran, die das beste und einfachste Bio Elektrolyt Getränk der Welt sind. Die Angestellten der Unterkunft waren super lieb und boten mir ihre Hilfe bei den Einkäufen an. Wiedermal durfte ich die große Hilfsbereitschaft der indonesischen Bevölkerung erleben. Als Chris nach ein paar Tagen wieder Lust auf Pizza hatte, wusste ich, dass wirklich alles wieder in Ordnung ist. Chris hat nun leider nach dieser Tortur die paar Kilos zu wenig, die ich dafür momentan mehr habe :)



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