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Südinsel Westküste - es darf auch mal eine Panne geben


In unserem letzten Beitrag haben wir euch mit der Frage zurückgelassen, ob wir die berühmten Glühwürmchen bei unserer nächtlichen Wanderung erleben durften.

Ja, das durften wir. Und sogar ziemlich viele.

Etwas genauer haben wir das Thema Glühwürmer im Beitrag "Neuseeland Süd: The Sound of Milford" betrachtet. Aber als kurze Zusammenfassung reicht hier, dass Glühwürmchen kriechende Würmer sind, dessen Körper je nach Alter stärker oder schwächer leuchten und ihre Fangfäden in der Dunkelheit herabhängen. Dies wollten wir in der Dunkelheit bei einem Spaziergang wieder erleben. Der Minnehaha Walk, den wir in der Nacht unserer Ankunft noch unternommen haben, lag ganz in der Nähe unseres Campingplatzes. Wir wählten eine Zeit, zu der wir ganz allein durch den dunklen Wald spazieren konnten. Wir hielten unsere Taschenlampen gedämpft, um unsere Augen schnell an die Dunkelheit zu gewöhnen. Nach ein paar Minuten im Dunkeln tauchte hinter einer Biegung der erste bezaubernde Anblick von Glühwürmchen vor unseren Augen auf. Das erste Mal haben wir diese faszinierenden Insekten von einem Boot aus betrachtet. Diesmal hatte das Erkunden des Waldes allein und die Glühwürmchen, die im Moos der Bäume eingebettet waren, einen anderen, eher romantischen Reiz. Manchmal waren es nur wenige leuchtende Pünktchen die an den Bäumen zu erkennen waren und manchmal traf man ganz nah auf richtige Wurm Kolonien die ein Glüh-Bild in die Nacht zauberten.

Dies muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Unsere Fotografie Kenntnisse reichen nicht aus, um dies korrekt wiederzugeben. Aber nichts desto trotz hier auch eine belichtete Version:


So verträumt dieser Abend endete, so ernüchternd war der nächste Morgen. Unser Campervan hatte einen Platten, den wir erst nach dem Frühstück auf dem Campingplatz entdeckten. Und es hatte auch noch angefangen zu regnen.

An einem Sonntag mussten wir recherchieren und herumtelefonieren, um einen Ersatzreifen und eine Werkstatt zu finden. Leider war der nächste passende Reifen erst 100 km entfernt erhältlich. Also lernten wir an diesem Tag immerhin, wie man einen schmalen Notfallreifen mit dem Notfallset auf ein Auto montiert, dessen Marke man vorher nie gefahren hatte. Das ist zu zweit auch gar nicht so schwer. Vor allem, wenn man einen engagierten Autoschrauber in Wien kennt, der großartige Anleitungen übers Telefon geben kann, während man irgendwo im Nirgendwo ist und nur sporadisch Internetempfang hat. Danke, lieber Luki :)

Es mag zwar nicht so aufwendig klingen, aber man darf nicht vergessen, dass jeder Zentimeter unseres Camper Vans als Stauraum, Bad und Küche genutzt wird. Daher ist es gar nicht so lustig, seine Behausung im Regen auszuräumen bzw. umzuräumen, um zum Notfallset zu gelangen und Platz für einen kaputten Reifen samt Felge für die nächsten 100 km zu schaffen. Lange Rede, kurzer Sinn: Man kann mit stabilem Vertrauen ans Universum mit einen Notfallreifen auch weitere 100 km Abenteuer auf Sand- und Betonstraßen bestreiten, wenn man nicht allzu schnell fährt.

Belohnt wurden wir für die Mühen mit einem wirklich schönen Stopp und einem Spazierweg mit vielen Treppen am Lake Matheson.

Wie immer trafen wir auch hier auf das märchenhafte Moos Bild, diesmal jedoch garniert mit coolen, aber giftig blau strahlenden, faszinierenden Pilzen.

Natürlich waren unsere Lieblings Farne der Hauptbestandteil des Mischwaldes. Da kommt

man sich ganz schon klein vor, wenn das durchschnittliche Farnblatt größer ist als man selbst.

Während eines kurzen Jausen Stopps für ein Campingkocher-Süppchen, konnten wir endlich auch ein Exemplar der berühmt-berüchtigten einzigartigen Gebirgspapageien beobachten. Leider nur aus der Ferne, aber immerhin!

Ein toller Tipp als Roadtrip-Stopp für die Westküste sind auch die Pancake Rocks. Hier wandert man auf angelegten Pfaden durch ein beeindruckendes geologisches Wunderwerk aus Kalksteinformationen, das an gestapelte Pfannkuchen erinnert.

Diese Felsformationen sind durch natürliche Felsbrücken miteinander verbunden und bilden riesige Pools, in denen sich das Wasser gefährlich aufschäumt und teilweise über die Klippen hinausspritzt. Die Fantasie wird durchaus beflügelt, wenn man die verschiedenen Steinlagen betrachtet.

Außerdem bieten sich hier wunderschöne Ausblicke auf die weite Tasmanische See. Zu unserer Zeit tummelten sich auch etwas mehr Touristen auf den Aussichtsplattformen, als man es sonst von Neuseeland gewohnt war.

Jedenfalls schafften wir es am nächsten Tag in einen etwas größeren Ort mit Werkstatt und passendem Reifenformat und erhielten auch recht zügig einen Termin zum Reifenwechsel.

Alles wieder gut, alles wieder verstaut und wir konnten mit einem besseren Gefühl unsere Weiterreise antreten.

Es war genau Christians Geburtstag. Wir gönnten uns zur Feier des Tages und des neuen Reifens einen ungesunden Abstecher zu Pizza Hut und genossen unser Mahl an einem der vielen malerischen Küstenabschnitte des Westens.

Jetzt waren wir gewappnet für die angeblich etwas holprigere Weiterreise in jene Region, auf die wir schon mega gespannt waren, da wir von Freunden bereits tolle Geschichten gehört hatten. Ganz im Norden der Südinsel, zwischen der Golden Bay und der Tasman Bay, lag der Abel Tasman Nationalpark, der für seinen Artenreichtum der Flora und Fauna bekannt war. Es wurde jetzt schon deutlich kälter als in den Wochen zuvor, aber dieses spezielle Erlebnis wollten wir uns nicht nehmen lassen. Also machten wir uns auf den Weg zu den berühmten Buchten. Die Querung Richtung Nationalpark führte uns aber zuerst in die Stadt Nelson, wo wir uns dann nach langer Zeit mit dem Campingkocher auch mal ein richtiges Geburtstagsessen beim Asiaten gönnen konnten, da wir seit Wanaka in keiner großen Stadt mehr durchgekommen waren.

Wie immer viel Freude mit den Bildern und dem kurzen Video.






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