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Philippinen: Moalboal

Unsere Weiterreise verlief über Bangkok. Dort verbrachten wir die 2 Weihnachtsfeiertage und flogen dann weiter zu unserem nächsten aufregenden Länder Stopp: die Philippinen.

Leider hatte ich genau am Weihnachtstag eine starke Erkältung ausgebrütet und musste unsere folgenden, leider etwas aufwendigen Flugstrecken bis auf die Insel Cebu, krank bewältigen. Cebu hatten wir uns als Startinsel (der insgesamt 7641 !! philippinischen Inseln) ausgesucht, da es dort angeblich viele tolle Schnorchel Spots und super Strände gibt. Wir waren schon ganz gespannt auf all die neuen Eindrücke und welche Unterscheidungen es hier zum Rest von Südostasien geben würde. Wir mussten nach dem späten Flug noch eine Nacht in Cebu City verbringen, bevor wir dann endlich mit einem Taxi in unser erstes Schnorchel Ziel namens Moalboal losfahren konnten. Die Flüge und Fahrten haben meinem Zustand leider nicht allzu gutgetan und es kristallisierte sich schon heraus, dass wir wohl den ersten Stopp etwas verlängern sollten, damit ich mich auskurieren konnte. Bald schon bemerkten wir, dass das Reisen auf den Philippinen nicht ganz so einfach und unproblematisch abläuft, wie zum Beispiel in Vietnam oder Thailand. Die Armut des Großteils der Bevölkerung spiegelt sich in den Schlafgelegenheiten, Hütten, Märkten, Lokalen und Geschäften der Einheimischen wieder. Wer also die Schönheit dieses Landes für sich erkunden will, muss also schon einiges in Kauf nehmen. Wenn man guten Service erwartet ist man hier eher falsch am Platz, außer man bucht Luxusunterkünfte. Zum Glück war unsere erste (günstige) Unterkunft in Moalboal super sauber und halbwegs geräumig, also blieb ich daheim, während Chris den Strand und die Unterwasserwelt in Hotelnähe erkundete. Wir wohnten direkt vor dem sogenannten "Sardine-Run". Es gab eine großartige Korallenlandschaft die man direkt vom Strand aus erkunden konnte. Der Strand zog sich die gesamte weite Küste Moalboals entlang und man musste sich einfach einen Zugang und einen Spot suchen, von welchem man dann die Küste hinauf oder hinab schnorchelte. Im Laufe unserer Zeit in Moalboal mussten wir ganze viermal das Quartier wechseln, da gerade so viel Andrang wegen der Weihnachtsferien war und anscheinend war der Ort ein beliebtes Ziel für einheimische Touristen. Die meisten davon allerdings tummelten sich am Sardine-Run Spot. Am Rest des Steilriffs war Chris meistens der einzige Schwimmer im Wasser.

Es war einfach unglaublich was man beim Sardine-Run zu sehen bekam: Die Korallenlandschaft mündete meist in eine fast 90 Grad senkrechte Steilwand an der man gemütlich in die Tiefe tauchen konnte. Allein dort gab es so viele tolle Korallen zu bewundern, dass wir lange mit Hinabschauen beschäftigt waren. Das Highlight allerdings waren dann die vielen tausend Sardinen, die sich zu einem riesigen Schwarm zu vereinen versuchten, aber von den menschlichen Besuchern und den Unterwasserkameras zu kleineren, immer noch beeindruckenden Schwärmen geteilt wurden, wenn jemand versuchte durchzuschwimmen und das Foto oder Video des Tages zu erhaschen. Die Sicht war leider meistens durch Plankton und strampelnde asiatische Touristen getrübt, also war dies kein leichtes Unterfangen. Die Massen an Sardinen die einen umgaben, waren ein zutiefst beeindruckendes Naturschauspiel und ein unvergessliches Schwimmerlebnis.

In der ersten Woche, in der ich leider eine Bronchitis entwickelt hatte, erheiterte ich mich an dem tollen Videomaterial, das Chris von seinen Schnorchel- und Apnoetauchgängen mitbrachte. Da wir ja ohnehin jede Woche zweimal umziehen mussten, hatten wir jedes Mal einen anderen Strandzugang in der Nähe und Chris konnte auf diese Weise den Großteil der Küste auf eigene Faust erkunden. Etwas mulmig war mir schon bei dem Gedanken, dass er ganz alleine unterwegs im Wasser war. Vor allem als er mir von den vielen Begegnungen mit der tödlichen gebänderten Seeschlange berichtete. (Ein Biss tötet einen in ca. einer Stunde). Zum Glück ist die Seeschlange sehr entspannt und will keinem was Böses, außer man versucht sie zu fangen.

Als es mir dann hin und wieder etwas besser ging, hatte ich also schon einen ortskundigen Schnorchel Führer an meiner Seite der mir die besten Korallenspots zeigte, die er entdeckt hatte. Unserer Liste an neuen Tiersichtungen konnten wir nun die gebänderte Seeschlange, den Federseestern, Sardinenschwärme, diverse Krabben- und Garnelenarten und natürlich neue Korallen und Seeanemonen hinzufügen.

Häufig trafen wir auf Schildkröten und viele Feuerfische und andere Arten von Fischen, die wir schon aus anderen Gegenden kannten.

Während eines Nacht-Schnorchel Gangs trafen wir dann zusätzlich auf spannende Krabbenarten. Manche wirkten flauschig, manche hatten äußert kreative mobile Behausungen. Eine von ihnen hatte sogar einen Teil eines Schwamms herausgerissen, um ihn als Tarnung zu verwenden. Seltsame bunte Quallen kreuzten ebenfalls unsere Wege und ich war froh, dass ich mit Leggings und Langarm Shirt ins dunkle Wasser gestiegen war. Der nächtliche Ausflug war wie immer eines unserer Lieblingsabenteuer.

Ein Tiefdruckgebiet ließ uns immer wieder intensive Regentage erleben. Einmal regnete es 40 Stunden durch und wir hatten kleinere Überschwemmungen in unserer Gegend. Ein paarmal schickte uns auch das philippinische Frühwarnsystem Unwetterwarnungen aufs Handy, was uns Anfangs etwas beunruhigte. Dies schien aber hier ganz normal zu sein. Wir bekamen jedenfalls empirisch mit was es bedeutet auf einem Inselstaat zu leben, bei dem Taifune an der Tagesordnung stehen. Durch interessante Gespräche mit Einheimischen erfuhren wir wie es ist ein Hotel in so einer gefährdeten Umgebung zu unterhalten und welche Auswirkungen ein Taifun auf die ganze Küste hat.

Insgesamt blieben wir ganze 2 Wochen an dem Spot den die meisten Touristen nur für 3 oder 4 Tage besuchten. Das war ja das tolle an unserer langen Reise ohne fixe Stationen. Wir hatten keinen Stress und somit Zeit von hier aus gleich mal das Visum verlängern zu lassen.

Da es mir nicht wirklich besser ging nach den 2 Wochen und das Wetter hier eher regnerisch war, entschieden wir uns lieber weiter in den Westen zu fliegen und unsere Wunsch Ziele auf Cebu und südlich davon, doch lieber auszulassen, da wir wieder mehr Sonne sehen wollten. Wir buchten uns einen Flug nach Puerto Princesa, auf die Insel namens Palawan im Westen der Philippinen. Wir behalten Moalboal als einen richtig tollen Schnorchel Spot im Herzen und hoffen, dass sich die Korallen baldigst von den bereits sichtbaren Verletzungen durch Taifune, Touristen und Booten erholen können, damit es so schön bleibt wie bis zum heutigen Datum.


Hier wieder Fotos und Videokurzfassung. Vielleicht könnt ihr ja schätzen wie viele Sardinen zu sehen sind😊:




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