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Vietnam: Ha Long Bay - Unser erstes (natürliches) Weltwunder

Laut unserer Recherche gibt es derzeit sieben natürliche Weltwunder. Und eines davon lag quasi knapp vor unseren Nasen, nur ein paar Van Fahrtstunden entfernt, an der Nord-Ostküste Vietnams. Also organisierten wir uns nach unserer intensiven aber trotzdem erholsamen Motorradtour eine Weiterreise zur weltberühmten Ha Long Bucht. Die Strecke führte uns zurück über unsere liebgewonnene Stadt Hanoi und dann mit einem Minivan weiter bis an die Küste, bei der wir auf ein Kreuzfahrtschiff wechselten. Dies war keines von den riesigen Dampfern die man sich unter dieser Bezeichnung vorstellt, sondern ein kleineres, dass gut in der Bucht herummanövrieren konnte. Dank dem großartigen Preis-Leistungsverhältnis in Vietnam, können wir uns hier mit unserem Budget, guten Gewissens eine All Inclusive 3 Tage, 2 Nächte Tour leisten. Von der Agentur bei der wir buchten wussten wir, dass wir einiges von unserem Gefährt erwarten durften. Als wir allerdings nach einer langen Anreise mit einem Zwischenstopp an einer bekannten Perlenfarm, endlich auf unserem Schiff standen, entpuppte sich die „Rosy Cruise“, als fahrendes Pendant zum Hilton Hotel.

Mein Magen scheint Geschmack zu haben, denn von meiner indonesischen Seekrankheit war die nächsten 3 Tage nichts zu bemerken. Das lag wohl daran, dass wir hier der Inneneinrichtung nach zu urteilen, gar nicht mitbekamen, dass man sich auf einem Schiff befand. Außer man schaute aus dem Panorama Fenster. Wir staunten nicht schlecht, als wir den Vorhang in unserem fahrendem Luxus-Zimmer aufzogen und wir erkannten, dass das Schiff zwischen ungewöhnlichen Felsformationen, die wie vereinzelte Zähne aus dem Wasser ragten, hindurch fuhr. Über einen Lautsprecher im Zimmer informierte uns der Kapitän rechtzeitig über Aktivitäten und Essenszeiten. Unser Zimmer hatte hinter dem Panorama Blick noch einen zusätzlichen Balkon von dem aus man ebenfalls die bemerkenswerte Kulisse bestaunen konnte, oder aber bei einem fahrenden Shop Snacks einkaufen konnte.

Die Ha Long Bucht, ein UNESCO Weltkulturerbe, könnt ihr euch wie einen riesigen Wassergarten vorstellen, auf dem unzählige Schiffe und Boote zwischen den spektakulären Kalkstein-Felsformationen auf grünem Wasser umherfahren, um ihren Passagieren je nach Route die besten Fotoausblicke und Ankerplätze zu bieten. Dann werden Kajaks zur Verfügung gestellt und man kann mit eigener Kraft zwischen oder um die kleinen Felsinseln herumpaddeln.

So tourt man 2 oder 3 Tage durch die enorme Bucht und besucht nach Möglichkeit spannende Orte, Strände oder die Hauptinsel Cat Ba. Es gibt keine einzige besiedelte Insel im gesamten nördlichen Bereich der Bucht, es ist sogar strengstens verboten die Felsen zu betreten. Nur ganz im Süden liegt Cat Ba, die größte und einzige bewohnte Insel. Über dem Wasser kreisen Seeadler, die wenn man im richtigen Moment vorbeifährt, majestätisch tief am Schiff vorbeiziehen. Für mich, als Greifvogelfan war das eines der schönsten Erlebnisse. Es machte mich so glücklich, jeden Tag aufs Neue durchschnittlich 10-15 Seeadler bestaunen zu dürfen. Es waren einfach so viele. Kein Wunder, dass diese Gegend als Inspiration und Vorlage für die Flugdrachen Szene in James Camerons „Avatar“- Blockbuster herangezogen wurde. So bedeutet auch „Ha Long“ so etwas wie der untertauchende Drache. Nach einer Legende hat der Drache durch sein wildes Toben mit seinem Schwanz die Landschaft erschaffen. Auch im Film lassen sich die Reitdrachen von hohen engen Felsformationen hinabgleiten, um zwischen ihnen hindurch zu manövrieren. Wäre ich ein Greifvogel, würde ich mich genau hier niederlassen wollen. Schon bemerkenswert was es ausmacht, wenn es Menschen untersagt ist, Inseln zu bewohnen.

Da die Inseln also nicht betreten werden dürfen, leben die Bewohner der Bucht auf schwimmenden Dörfern. Untertags sieht man nur einige schwimmenden Holzverbindungen oder Ministege die wie Flösse funktionieren. Die Menschen sind im Laufe des Tages mit ihren Booten unterwegs. Viele sind Fischer. Aber die Touristenboote und Schiffe so wie unseres, sind mittlerweile die Haupteinnahmequelle der Meisten. So gibt es also fahrende Händler und Lieferanten die die Schiffe mit allesamt Nötigem versorgen. Andere schwimmende Stationen sind große Fischfarmen, die ebenfalls Floss Konstruktionen sind. Eine davon konnten wir besuchen. Abends kommen dann die Boote heim und werden miteinander zu einem Dorf verbunden. Es war schon ein krasser Gedanke, als ich realisierte, dass ich hier unter Menschen war, die ausschließlich auf dem Wasser lebten.

Auch hier denkt man als Filmfan instinktiv an die postapokalyptischen Actionaufnahmen in „Waterworld“. Wir erfuhren, dass es auf einem der schwimmenden Dörfer die einzige Schule der Bucht gibt, auf der die Lehrperson für 2 Jahre eingeteilt war, bevor gewechselt wurde. Es gehen auch nicht alle regelmäßig zur Schule; den Lebensunterhalt zu besorgen ist Priorität.

An Tag eins bewunderten wir die Aussicht auf unserer Schiffsroute, paddelten etwas mit dem Kajak umher und genossen den Luxus unseres Zimmers und des Schiffs. Unser Badezimmer nannte sogar eine Badewanne sein Eigen und es gab sogar einen Jacuzzi an Board. Was alles etwas schräg ist, wenn man auf der schönsten Bucht ohnehin umgeben von Wassermassen ist. Abends wurden wir eingeladen vietnamesische Frühlingsrollen unter der Anleitung der Crew selbst nach zu kochen und zu verkosten. Im Anschluss gab es das Dinner-Buffett. An Tag 2 machten wir einen Landausflug, (mit einem extra Luxus-Bei Schiff, Beiboot wäre untertrieben) nach Cat Ba. Die Insel erkundeten wir mit alten Rädern in einer Minigruppe. Wir besuchten dort ein traditionelles Dorf namens Viet Hai und durften unsere Füße in einen Fisch Spa eintauchen. Eine besondere Fischsorte nascht dann die alten Hautschuppen von den Füssen ab, falls man das Gekitzel aushält. Ein bisschen Geschichtsunterricht von unserem Guide gab es natürlich auch noch und wir wurden eingeladen diverse traditionelle vietnamesische Brände aus der Gegend zu verkosten. Da sich, sehr zu unserem Bedauern, in den Einlegegläsern allerdings gebänderte Schlangen, Seepferdchen und andere uns mysteriösen Zutaten befanden, kosteten wir aus Höflichkeit nur den Honigschnaps und den Malvengeist (vormittags!).

Weiter ging es mit unserem extra Schiffchen zu abgelegenen Stränden. Wir hatten die Möglichkeit vom Schiff ins Wasser zu springen, was wie ihr wisst, für uns immer Spaß bedeutet. Zum Strand musste man hinüberschwimmen. Da das Wasser der Bucht tiefgrün und undurchsichtig ist, waren das etwas mulmige Schwimm-Minuten, aber auch das haben wir super überstanden. Meine Schrittzähler-Uhr ist leider beim ins Wasser Springen als österreichisches Gastgeschenk in den Tiefen der Ha Long Bay verschwunden. Wieder am Hauptschiff zurück, machten wir nochmal das Frühlingsrollen-Rollen mit und genossen unsere schöne Unterkunft. Am dritten Tag ging es dann wieder ab Richtung Hafen, vorbei an den tollen bewaldeten Kalkstein Formationen und begleitet von den Seeadlern.

Somit war Ha Long Bay, abgesehen davon, dass Chris mittlerweile ganz schön viel verschiedenes Gemüse isst, unser aller erstes natürliches Weltwunder. Und das fanden wir total großartig.

Hier wie immer eine kurze Zusammenfassung, bzw. einige Fotos:




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